Einmalige Obsession
15. WM-Titel für Grün-Gold
Bericht im Weser Kurier vom 15.12.2025
Nun ist es also vollbracht. Die Lateinformation des Grün-Gold-Clubs ist zum 15. Mal Weltmeister – und überholt damit die TSG Bremerhaven als alleinigen Rekordtitelinhaber. Dieser Fakt ist schon besonders genug, nun hat sich das Bremer Team endgültig in die Geschichtsbücher des Lateintanzsports geschrieben. Allerdings wird der Erfolg noch beeindruckender, sobald man hinter die Kulissen des Erfolgsklubs schaut.
Denn diese Bestmarke, die das Trainertrio um Uta und Roberto Albanese sowie Sven Emmrich erreicht hat, ist die Arbeit etlicher leidenschaftlich besessener Tänzer und Betreuer, die der Inbegriff dessen sind, was man "Liebe zum Sport" nennt. Keiner der 16 Tänzer, die in Wiener Neustadt auf dem Parkett standen, kann auch nur im Entferntesten von seinem Tanzsport leben. Sie sind Studenten, Kfz-Mechaniker oder Schüler, Menschen von nebenan. Sie trainieren unzählige Stunden nach ihren Vollzeittätigkeiten, gehen immer wieder über ihre mentalen und körperlichen Limits hinaus. Das verdient höchsten Respekt.
15 Jahre alt sind die jüngsten Tänzer der Lateinformation, 48 Jahre ist der Älteste in der Gruppe, die am Sonnabend zum siebten Mal in Folge den WM-Titel gewonnen hat. Dem Trainertrio um Roberto Albanese ist damit ein Kunststück gelungen, eine Mannschaft auf ein Weltklasse-Niveau zu bringen, in der jede Person ihre Obsession für den Tanzsport auf das Parkett bringt. Alle acht Paare agieren mit einer Präzision, die wohl einmalig auf der Welt ist. Das ist das Ergebnis harter Arbeit, die Roberto und Uta Albanese sowie Sven Emmrich tagtäglich von acht bis 22 Uhr abends leisten – aus Liebe zu ihrem Verein, dem Tanzsport und ihrer Leidenschaft.
Natürlich wird dem Grün-Gold-Club etwas fehlen, wenn das Trainertrio Ende kommenden Jahres mit dem großen Abschied, der WM in Bremen, aufhört. Man kann nur hoffen, dass der Verein diesen Verlust mit den nachfolgenden Trainern ausgleichen kann. Denn was die Albaneses und Emmrich in den vergangenen 30 Jahren geschafft haben, ist nichts weniger als den Grün-Gold-Club, ja gar die gesamte Stadt Bremen, international zum Aushängeschild großartiger Tanzkunst zu formen. Auch das ist ein Verdienst, den man würdigen muss. Denn es ist ein einzigartiger Erfolg, der so wohl niemals zu wiederholen ist.